Weiterbildungen

Konfliktcoaching und positiver Umgang mit Aggression

Aggressionsarbeit ist Friedensarbeit – im Kleinen wie im Großen!

Eine fundierte professionelle Auseinandersetzung mit Aggression ist gerade in sozialen Berufen ein Plus. Kleine und große Menschen darin zu unterstützen, einen konstruktiven Umgang mit diesem oft schwierigen Gefühl zu entwickeln, ist ein lebenslanger Gewinn – sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft. Also halten wir uns nicht an Lehr,- oder Entwicklungsplänen fest, sondern begreifen auftauchende Aggressionen und Konflikte als Lerneinheiten im emotionalen und sozialen Miteinander und nehmen sie als solche an. Mit dem richtigen Know-how werden solche Situationen, bei aller gegebenen Aufregung, zu echten menschlichen Sternstunden. Dazu ist diese Weiterbildung ein Beitrag.

Die Weiterbildung kann nur komplett gebucht werden. Weitere Informationen zu Anmeldung findest du unten.

1. Die Wut-Power-Formel

Aggression steht – so die Erkenntnis der modernen Forschung – im Dienst des sozialen Miteinanders. Allerdings nutzen wir ihre positive Kraft zu selten. Wir vermeiden es häufig, Aggression überhaupt zu fühlen. Dabei kann sie als Anzeiger für Grenzverletzungen und Handlungsbedarf gute Dienste leisten. Dann wird sie zu einer Kraft, die uns hilft, unsere Bedürfnisse zu verwirklichen.
In diesem ersten Modul vertiefen Sie  Ihr Wissen um Ihre Ärgerauslöser und welche persönlichen Reaktionsmuster in Konfliktsituationen aktiviert werden. Sie entdecken auf welche unerfüllten Bedürfnisse oder Grenzüberschreitungen Sie mit Aggression reagieren. Statt zu explodieren oder zu implodieren, können Sie daraus eine positive Kraft zur Abgrenzung oder zum Nein-sagen ohne schlechtes Gewissen gewinnen. Sie verstärken Ihre Lebenskraft für lebendige, authentische Beziehungen. Denn positiv genutzt, stärkt Aggression Ihre Kraft, für sich einzustehen und Ihre Wahrheit zu sagen. Positiv genutzt macht sie diese Welt zu einem besseren Platz. „Wo ich mich ärgere, muss ich handeln“ (Charlotte Bühler). Dieses Wissen hilft Ihnen in Ihrer Arbeit mit den aggressiven Gefühlen anderer kompetent und professionell umzugehen.

Termin: 21. – 22.04.2020

2. Konfliktkunde: Aus Steinen auf dem Weg etwas Gutes bauen

Ob verdrängt, bagatellisiert, ausgesessen oder – vielleicht sogar zeitnah – angemessen und  konstruktiv angesprochen: Konflikte sind Teil unserer Lebens. Nicht gelöste Konflikte verursachen privat wie beruflich einen hohen emotionalen und im beruflichen Kontext sogar erheblichen wirtschaftlichen Schaden. Oft belasten oder zerstören sie Beziehungen für Jahrzehnte.

Wird das Wissen um den konstruktiven Umgang mit Konflikten in der Jugend eingeübt, zahlt sich das lebenslang aus. Denn konstruktiv genutzt machen Konflikte deutlich, wo die Schwachstellen von Beziehungen, Prozessen und Projekten liegen, und zeigen deutlich den persönlichen Entwicklungsbedarf der Konfliktparteien auf. Doch oft verfügen Menschen nicht über das passende Handwerkszeug für gelingende Konfliktlösung. Deshalb können Sie sich in diesem Seminar fehlendes Wissen durch praktische Erfahrungen anhand eigener mitgebrachter Konfliktbeispiele aneignen bzw. Ihr Wissen vertiefen. Schwerpunkte werden sein:

  • Impulsvorträge über Konflikt, Konfliktarten und Streittypen
  • Eskalationsstufen und Diagnosewerkzeuge
  • Konfliktlösungsmodelle in Sachkontexten und für emotional geladene Situationen
  • Win-Win Strategien

Termin: 27. – 28.05.2020

3. Wenn die Seele weint – selbstverletzendes Verhalten

Wenn der natürliche Ausdruck von Aggression – von innen nach außen – versperrt ist, wendet sich die Energie nach innen, sie implodiert. Das ist ein Erklärungsansatz für Autoaggression.
Jeder vierte Jugendliche probiert mindesten einmal eine Form des selbstverletzenden Verhaltens wie ritzen, sich verbrennen o.ä. aus. Alltägliche Formen von selbstverletzenden Verhalten kennen Sie vermutlich, bei sich selbst und bei den Menschen, mit denen Sie arbeiten, wie: Ein Zuviel an Essen, Alkohol, Fernsehen, Schuldgefühlen oder Selbstabwertungen und  ein Zuwenig an Pausen, Schlaf, Erholung und Selbstfürsorge. Die Palette selbstverletzenden Verhaltens ist groß und reicht bis zu krank machenden Formen von permanenter Selbstabwertung, Burnout, Alkohol- und Drogenmissbrauch.

 In diesen Tagen werden Sie das Phänomen des selbstverletzenden Verhaltens ergründen, um damit für sich selbst sowie für begleitende, beratende Tätigkeit alternative, konstruktive Wege zu erfahren. Durch alltagstaugliche Übungen werden Sie experimentieren der Aggression einen angemessenen Ausdruck ermöglichen. Selbstfürsorge-Übungen laden zu neuen Wegen ein.

Termin: 25. – 26.08.2020

4. Besser auf den Tisch als unter den Teppich – Indirekte Aggression und Mobbing

Indirekte Aggression ist eine Form von Ärger und Wut, die nicht sogleich als Aggression erkennbar ist. Wenn Aggression nicht direkt gelebt werden kann – beispielsweise in hierarchischen Beziehungen am Arbeitsplatz – oder aggressionsgehemmte Menschen den direkten Ausdruck vermeiden, sucht sich der Ärger einen unterschwelligen Weg.
Das Spektrum reicht von Besserwisserei über Sticheleien, unsachliche Kritik, gezielte Missachtung, Abwertung bis hin zu Bemerkungen unter die Gürtellinie. Auch Vergessen oder Nichteinhalten von Vereinbarungen, permanentes Zuspätkommen gehören in den Formenkreis passiver Aggression. In diesem Modul lernen Sie:

  • Die vielfältigen Formen indirekter Aggression erkennen
  • Indirekte Aggression aufdecken und stoppen
  • Die unausgesprochene Botschaft entschlüsseln
  • Konstruktive Lösungen anzubieten

Mit Mobbing, einer Form der indirekten Aggression, konstruktiv umzugehen braucht gute Strategien. Zunächst geht es darum, die Dynamik und die Wirkung für die Beteiligten zu verstehen. Handlungsstrategien zu entwickeln setzt die Fähigkeit voraus, schädigendes Verhalten zu stoppen und Klartext zu reden. Das wird in diesen Tagen eingeübt.

Termin: 04. – 05.11.2020

5. Aggression begleiten – Menschen in Konflikten coachen

„Ich bin außer mir vor Wut“, sagt der Volksmund ganz richtig. Denn Menschen, die sich ärgern brauchen eine besondere Begleitung. Hier schulen Sie Ihre Kompetenz andere Menschen in vehementen Gefühlen zu begleiten, so dass sie weder sich selbst noch andere verletzen.
Dafür nutzen Sie Ihr Wissen um das biologische Aggressionsprogramm. Sie wenden Rituale für den Wutabbau an und experimentieren mit wilden Spielen – ein niederschwelliges Angebot aggressive Impulse zu entladen, das die Lebenslust stärkt. Sie erweitern Ihre Moderationskompetenz durch praktische Anleitung von Konfliktlösungsmodellen. Eigene Konflikte dürfen Sie gerne zum Üben mitbringen.

Termin: 14. – 15.12.2020

6. Vertiefung

Die gelebte Praxis zu überprüfen, wird Schwerpunkt dieser zwei Tage sein. Für welchen Praxisfall wollen Sie mehr als eine gute Antwort? Was ist bereits für Sie Routine geworden? Nehmen Sie sich Zeit und ziehen Sie Bilanz. Entdecken Sie an welchen Stellen Sie Ihr Wissen vertiefen wollen.

Die Weiterbildung besteht aus 6 zweitägigen Modulen. Die Weiterbildungszeit beträgt 6 Zeitstunden täglich. Zwischen den Blöcken liegen max. acht Wochen, in denen die Teilnehmer Zeit haben ihr Wissen in der Praxis anzuwenden und ihren persönlichen Stil zu entwickeln.

Termin: 25. – 26.01.2021

7. Supervision

Das eigene Handeln und die Qualität der eigenen Arbeit unter Konfliktcoaching-Gesichtspunkten reflektieren, sichern, verbessern und für Nachhaltigkeit sorgen, ist Thema der letzten 2 Tage.

Termin: 16. – 17.03.2021

Für die Anmeldung

Die Weiterbildung besteht aus 7 zweitägigen Modulen. Die Weiterbildungszeit beträgt 6 Zeitstunden täglich. Zwischen den Blöcken liegen max. acht Wochen, in denen die Teilnehmer Zeit haben Ihr Wissen in der Praxis anzuwenden und Ihren persönlichen Stil zu entwickeln.

Alle Termine auf einen Blick:

21. – 22.04.2020
27. – 28.05.2020
25. – 26.08.2020
04. – 05.11.2020
14. – 15.12.2020
25. – 26.01.2021
16. – 17.03.2021

Ort: Lebensgemeinschaft Nordland, Kakelberg 10, 24797 Breiholz
Information und Anmeldung: Carmen.Sierks@lg-nordland.de